Eröffnung der Ausstellung des Werkstattpreises 2026 mit Arbeiten von Wagehe Raufi - Kunststiftung Erich Hauser
Kunststiftung Erich Hauser zeichnet die Berliner Künstlerin Wagehe Raufi mit Werkstattpreis 2026 aus
2026 erhält die Künstlerin Wagehe Raufi den mit 15.000 Euro dotierten Werkstattpreis der Kunststiftung Erich Hauser. Im Frühsommer 2026 verbrachte sie mehrere Wochen auf dem Gelände der Kunststiftung und arbeitete dort an neuen Werken. Die während ihres Aufenthalts geschaffenen Arbeiten werden ab dem 17. Oktober in der Werkstatthalle der Kunststiftung Erich Hauser präsentiert.
Über Wagehe Raufi und ihre künstlerische Arbeit
Wagehe Raufi (*1990 in Dissen am Teutoburger Wald) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte an der HfG Offenbach sowie an der Central Academy of Fine Arts in Peking. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Bundeskunsthalle Bonn, im Frankfurter Kunstverein und in der Kunsthalle zu Kiel gezeigt. Neben dem Bundespreis für Kunststudierende (2021) erhielt sie 2024/25 das renommierte Jahresstipendium der Hessischen Kulturstiftung für einen einjährigen Arbeitsaufenthalt an der Cité Internationale des Arts in Paris.
Das künstlerische Werk von Wagehe Raufi lebt von der dynamischen Bewegung zwischen analogen und virtuellen Sphären. Sie greift physische Objekte auf, überführt sie in den virtuellen Raum und holt sie von dort aus wieder in die greifbare Realität zurück. Durch diesen fortlaufenden Transformationsprozess wird die digitale Welt nicht als Gegenentwurf zur Materie greifbar, sondern als deren natürliche Fortsetzung. Inhaltlich beschäftigt sich Raufi dabei mit Fragen von Innen und Außen, von Schutz und Offenheit sowie mit den Übergängen zwischen sichtbaren und verborgenen Räumen. Während Raufi für ihre Plastiken sonst bevorzugt auf empfindliche, sich zeitlich verändernde Texturen aus Textilien, Pigmenten und Agar-Agar setzt, ergänzt sie ihre Praxis für die Ausstellung zum Werkstattpreis um Objekte aus Stahl. Im Zusammenspiel mit Video und Sound verdichten sich diese Elemente zu einer begehbaren Rauminstallation.
Über den Werkstattpreis der Kunststiftung Erich Hauser
Erich Hauser gründete 1996 die Kunststiftung Erich Hauser, die seit seinem Tod im Jahr 2004 sein ehemaliges Wohn-, Arbeits- und Kunstareal bewahrt und öffentlich zugänglich macht. Dem Wunsch des Bildhauers folgend, vergibt die Kunststiftung seit 1997 den Werkstattpreis.
Der Werkstattpreis ist ein zentraler Bestandteil der Förderarbeit der Kunststiftung. Die ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstler erhalten ein Preisgeld von 15.000 Euro sowie die Möglichkeit, für mehrere Wochen auf dem Hauser-Areal zu leben und zu arbeiten. Dabei setzen sie sich mit seinem Werk und dem besonderen Ort auseinander und entwickeln daraus eine eigenständige künstlerische Position. Die während des Aufenthalts entstandenen Arbeiten werden anschließend in einer Ausstellung in der Werkstatthalle präsentiert.
Für die Realisierung ihrer Arbeiten stehen Wagehe Raufi zusätzlich 2.000 Euro aus einer Förderung der Hessischen Kulturstiftung zur Verfügung.
Wagehe Raufi wurde von einer dreiköpfigen Fachjury zur Preisträgerin gewählt: Ellen Martin, Sammlungsleiterin der Sammlung Grässlin, St. Georgen, Viktoria Tiedeke, stellvertretende Museumsleiterin am Kunstmuseum Singen, sowie Jürgen Knubben, Bildhauer aus Rottweil und stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender der Kunststiftung Erich Hauser. Die Jury lobte bei ihrer Auswahl die Medienvielfalt und die stringente Arbeitsweise von Wagehe Raufi. Ihr Prinzip, digitale und reale Welten zu verbinden, bezieht den Ort präzise ein: Sie nutzt die Materialität Erich Hausers als Ausgangspunkt für ihre eigene künstlerische Sprache. So wird die Begegnung von analoger Tradition und digitaler Kunst zu einem vielschichtigen Experiment.
INFO: Die Ausstellung des Werkstattpreises 2026 mit Arbeiten von Wagehe Raufi eröffnet am Samstag, 17. Oktober 2026, um 16 Uhr in der Werkstatthalle der Kunststiftung Erich Hauser. Im Anschluss findet das Stiftungsfest anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Kunststiftung statt. Der Eintritt ist kostenfrei.
Die Ausstellung ist vom 18. Oktober bis 21. November 2026 jeweils samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung zu besichtigen.