Gerrit Friese - Kunstausstellung
Gerrit Friese, geb. 1958 in Wertheim/Main, lebt in Berlin Seit 1985 Kunstverleger und Galerist.
Seit 2020 entstehen die Skulpturen.
Zu meiner Sache – Neue Bewohner
Ich versuche Wesen, die mich bedrängen und die mich freuen, die einfach aus der Hand heraus getrieben werden, eine Existenz zu geben. Es sind Tiere und Menschen, vielleicht ist es eine ganz eigene Spezies, die sich um den Unterschied von Mensch und Tier gar nicht mehr kümmert. So werden aus Armen am Ende Tierköpfe, keine Hände, aber das ist selbstverständlich so, es muss sein. So kennen sie Scham, aber sie bekennen sie lustvoll. Sie sind von freundlicher Freude, humorvoll – sie sind getrieben und sie treiben weiter. Angst und Übermut halten sie gefangen. Ist in ihnen eingefangen. Sie wollen sein. Sie haben etwas zu sagen, auch wenn sie ganz hartnäckig schweigen. Die Glasur führt das Irdene dazu, sie ist wie eine Haut – so wie das Wesen im Naturzustand war – und gleichzeitig ist sie das Kleid, dessen wir alle benötigen, um auftreten zu können. Die Glasur ist ein Schutz und der richtige Namen für das Neue Wesen – vielschichtig, glänzend, abweisend, hineinführend, und: sie stellt auch Fragen. Was ist das eigentlich, was wir da jetzt angekleidet schutzbedürftig sehen.