Sonntagsführung im Dominikanermuseum: Von Totengeistern, Mythen und leichter Erde
Im Mittelpunkt der Sonntagsführung steht das Thema Tod und Jenseitsvorstellungen in der Antike. Der Rundgang führt durch die Abteilung „Römisches Rottweil – Arae Flaviae“ und gibt Einblicke in die vielfältigen religiösen und kulturellen Vorstellungen vom Leben nach dem Tod.
Ausgehend von römischen Grabinschriften wie „D.M.“ („den Totengeistern geweiht“) oder „S.T.T.L.“ („Die Erde sei dir leicht“) wird deutlich, wie eng Erinnerung, Fürsorge und Hoffnung im Umgang mit den Verstorbenen miteinander verbunden waren. Anhand von archäologischen Funden aus Arae Flaviae – darunter Grabbeigaben wie Münzen, Keramik, Schmuck und persönliche Gegenstände – zeigt die Führung, dass der Tod in der Antike meist nicht als endgültiges Ende verstanden wurde.
Darüber hinaus werden mythische Erzählungen und religiöse Strömungen vorgestellt, die das Denken über das Jenseits prägten. So steht etwa der Mythos von Orpheus und Eurydike für den Versuch, den Tod zu überwinden. Auch verschiedene Kulte, die im Römischen Reich verbreitet waren – etwa der Isis-Kult oder die Verehrung des Sonnengottes Sol Invictus – boten unterschiedliche Deutungen eines Weiterlebens nach dem Tod.
Nicht zuletzt beleuchtet die Führung die regionalen Besonderheiten: Während die römische Unterwelt oft als düster galt, stellten sich die Kelten das Jenseits eher als friedliche „Anderwelt“ vor. Die Veranstaltung verbindet archäologische Funde mit kulturgeschichtlichen Hintergründen und lädt dazu ein, sich mit zeitlosen Fragen nach Leben, Tod und Erinnerung auseinanderzusetzen.